Sevilla, oder was davon noch so übrig ist

•25. November 2009 • Kommentar schreiben

Hallo ihr Lieben!

Wird wieder höchste Zeit mich zu Wort zu melden, auch wenn ich eigentlich gerade für meinen Test morgen in der Früh lernen sollte. Aber ich habe mir gedacht, wenn ich jetzt nicht von Sevilla erzähle dann nie…

Also eigentlich ist das Wochenende in Sevilla schon recht lang her (13.11.-16.11) aber ich kann mich trotzdem noch erinnern als obs bloß eine Woche her ist. (kurze Pause für einen Lacher und danach einen kurzen Trommelwirbel um die peinliche Stille zu überdecken)

Ich habe bis zum 12. versucht einen Weg zu finden per Auto nach Sevilla zu kommen, da es ab 3 Personen günstiger gewesen wäre als der Bus den ich schlußendlich doch nehmen musste. Außerdem fuhr der Bus 8 Stunden und per Auto dauert die selbe Strecke etwa 4.30. Naja die 8 Stunden vergingen wie im … Bus…

-Der Flug wäre übrigens auch eine Option gewesen, kostete jedoch fast dreimal soviel wie der Bus, der leider nicht gerade billig war-

Am frühen Abend angekommen, hat mich die Conny, eine Freundin die uns bei sich untergebracht hat, abgeholt. Dann haben wir die Nicki vom Flughafen abgeholt. (die übrigens nur ein Fünftel meiner Reisezeit gebraucht hat und auch weniger für den Flug bezahlt hat, als ich für den Bus)

Es war echt schön meine hübsche Spanierin mal wieder in den Armen halten zu können und sie so fest zu drücken dass sie kreischt :P

Von den folgenden Tagen weiß ich nur  mehr, dass wir furchtbar viel durch die Gegend gerannt sind und viele Sachen angeschaut haben. Jetzt mal ehrlich, es war ein wunderschönes Wochenende, und wenn die Busfahrt nur halb so lang wäre/ich ein Auto mit 2 Leuten auftreiben könnte, würd ich es sofort wiederholen. Vor allem weil es in der Gegend drumherum auch noch so einiges zu sehen gibt. (Auto wäre eindeutig besser)

Der Abschied kam dann wieder recht schnell, 3 Tage sind eben doch nicht soviel, wenn man sie in vollen Zügen genießt. (Ganz anders ist das natürlich wenn man schon wieder krank wird, und unfähig ist ohne Schmerzen den Mund zu öffnen, dann ist jeder Tag bis zur Genesung eine Hölle der Ewigkeit-ich bin grad krank-)

Die Busfahrt nach Hause ging erst um halb eins in der Nacht los, und ich dachte mir das wäre gut, von wegen Schlafen und so. Falsch gedacht! Der Bus war gestopft voll mit Leuten. Wer sich jetzt einen Ryanairflieger vorstellt, in dem man noch ein paar Sitzreihen mehr eingebaut hat, kann sich vorstellen wie dieser Bus ausgesehen hat. Außerdem war vor mir natürlich einer von der Sorte der sich dann auch noch mit seinem Sessel zurücklehnt, als wäre er alleine im Bus. (erinnert mich ebenso an Ryanair)
Also von Schlafen konnte nicht so wirklich die Rede sein, aber ich hab ein bisschen mit 4 Australiern geredet, die um mich herum gessessen haben. Die sind auf einem 6-monatigen Trip durch Europa, weil sie grad die Schule fertiggemacht haben.
Jedenfalls kam der Bus dann zu früh an(um 5:45 statt um 6:45), was bedeutete, dass ich 45 Minuten auf die erste Metro warten musste. Dann fuhr ich also heim, schlief etwa 30 Minuten, und auf zum Flughafen, wo ich meinen Cousin und seine Freundin, die zu Besuch aus Madrid angereist sind, abholen wollte. Von hier an geschahen leider einige blöde Ereignisse. Ich brauchte leider ein bisschen länger zum FLughafen und war so um 8:45 dort. Und ich war mir nicht mehr ganz sicher um welche Zeit sie ankommen. Blöderweise kommen zwischen 7h und 9h auch 5 oder 6 Flieger aus Madrid an…
Mein Handyguthaben war mir leider in Sevilla ausgegangen und ich hatte auch keine Gelegenheit es inzwischen wieder aufzuladen. Außerdem hatte ich sowieso keine Nummer von den beiden. Das einzige worauf ich hoffen konnte, war dass ihr Flug noch nicht angekommen war bevor ich dort war, oder dass die beiden mich anrufen. Was leider beides nicht geschah. So wartete ich bis nach 10 und glaubte schon sie hätten den Flug verpasst und fuhr danach in die Stadt, unnötig zu erwähnen, dass ich schon länger nur noch auf Ersatztank fuhr. Handy aufgeladen, Nummer besorgt und angerufen. Die Beiden waren schon länger in der Stadt und wollten mich nicht aufwecken, weil sie schon um 8 gelandet sind. -.-
Sie waren gerade auf einem Trip von ihrem Hostel aus, so ging ich eben zu einer Vorlesung, was in meinem Zustand nicht die beste Idee war. Aber für gute Ideen war ich an dem Tag sowieso nicht zu haben. Nach der Vorlesung dann die beiden in der Stadt getroffen, ein bisschen durch die Gegend geschlendert und ein Bier getrunken. Dann wieder auf die Uni. Danach ab ins Fortgehviertel Bairro Alto in der Hoffnung, die Beiden würden mitkommen. Sie waren dann aber zu müde, -ich übrigens auch-, trotzdem weggegangen bis 6 (das ist hier eine normale Zeit nicht schrecken). Heimgekommen, todmüde, schlafen, das erste mal seit … länger.
Am Mittwoch dann wieder Uni. Am Abend wieder fort zusammen mit meinem Cousin. War echt cool, hab ihm auch Fado, eine sehr spezielle Musikrichtung in einer Fadobar gezeigt. Am Donnerstag wars dann wieder soweit, die Beiden sind wieder nach Madrid abgerauscht und für mich hat wieder ein gewöhnliches Wochenende (natürlich mit wenig Schlaf) angefangen. ich glaube der Grund dafür dass ich krank bin, ist… Pech einfach nur Pech.

Viel Spaß mit den Fotos, bis bald!

Marokko

•10. November 2009 • 1 Kommentar

Vorgestern bin ich zurückgekommen von meinem 5-tägigen Kurztrip nach Marokko, meiner ersten Reise nach Afrika. All die Eindrücke die ich gesammelt hab würden ein Buch füllen, deshalb fasse ich mal das Wichtigste zusammen.

Als wir am Mittwoch in Nador gelandet sind waren wir erstmals geschockt von der Temperatur. War echt kuschelig warm. Wir haben dann ein Taxi zur Busstation genommen. Unser Plan war direkt nach Casablanca zu fahren. Ich hab zuvor von Mohcine, einem Marokkaner, den ich bei dem Projekt in Murcia kennen gelernt habe erfahren, dass wir nicht den Zug nehmen sollen sondern am besten den CTM Bus, da es sonst gefährlich werden kann. Da der CTM aber erst um acht Uhr abends gefahren ist, haben wir einfach beschlossen eine der vielen anderen Busfirmen zu nehmen und Mohcine anzurufen um Bescheid zu sagen, dass wir früher kommen. Wir waren natürlich die einzigen Touristinnen im Bus, die 10 Stunden Reise war echt anstrengend aber auch wirklich spannend. Das einzige Problem war, dass mein Handy kein Netz hatte und Simone kein Guthaben mehr. Und die Telefonzellen haben auch nicht funktioniert. Vier Stunden vor Ankunft hab ich dann all mein nicht vorhandenes Französisch zusammen genommen und einen Typen hinter mir gefragt ob er vielleicht anrufen könnte. Jipii, und dann hat es endlich geklappt. Wir waren dann nur etwas erstaunt als Mohcine meinte wir sollen unbedingt bei der Bushaltestelle bleiben und nicht weggehn, er wird uns dann genau dort abholen. Als wir dann angekommen sind hab ich dann auch verstanden warum… viele Slums und eine nicht sehr sichere Gegend. Das war dann auch der Grund warum er uns CTM empfohlen hat. Naja, aber es ist ja nichts passiert, wir sind auch tagsüber gefahren und deshalb seh ich das ganze mal als Abenteuer.

Die Jungs haben uns dann in unser Hotel gebracht, das sie uns organisiert haben und wir sind dann einfach nur müde und fertig ins Bett gefallen. Am nächsten Morgen haben wir ein leckeres 3-Euro Frühstück genossen und Mohcine hat uns zum Sightseeing abgeholt. Gleich in der früh haben wir uns die Moschee Hassan II angeschaut, die drittgrößte der Welt und wirklich unglaublich beeindruckend. Leider haben wir sie nicht von innen gesehen, aber Mohcine wusste nicht genau wie man reinkommt und wir haben erst danach gelesen, dass man an einer geführten Tour teilnehmen muss.

Danach haben wir uns das moderne Casablanca, sozusagen Downtown angeschaut. Alles in allem erinnert Casablanca eher an eine chaotische Stadt in Europa als in Afrika. Und vor allem die Autofahrten oder das Überqueren einer Straße, uuunglaublich. Wir haben gefragt, man muss tatsächlich einen Führerschein machen, aber glaub nicht wirklich, dass das kontrolliert wird.

Danach waren wir in Habbous, einem anderen Stadtteil, genannt mit einem schönen Markt, wo wir dann gleich mal das Shoppen in Marokko kennen gelernt haben. Dann sind wir zu Fuß vorbei am Palast des Königs in Richtung Medina gegangen. Eine Medina ist der alte Stadtkern, umgeben von einer Mauer. Die Medina von Casablanca ist eine der kleinsten. Mohcine musste dann aber leider weg, weshalb Simone und ich das erste Mal alleine in Casablanca unterwegs waren. War aber alles halb so schlimm, außer die bettelnden Kinder, die natürlich immer nur uns gefolgt sind.

Am Abend hat uns dann Nabil, ein anderer den ich vom Projekt kenn, abgeholt und wir haben noch einen Freund von ihm getroffen. Dann waren wir Shisha rauchen, jipii :-) Hab dann gleich wieder ein paar interessante Tipps gekriegt, ihr lieben zu Hause, könnts euch schon freuen! Dann waren wir noch Billiard spielen und was essen in einem eher obere Klasse Lokal und sind danach noch tatsächlich in La Corniche gewesen, dem Weggehviertel Casablancas. Und nun an die Männer Österreichs: ihr könntets euch von denen da mal eine Scheibe abschneiden. Hab sowas noch nie erlebt, die batteln sich auf der Tanzfläche was das Zeug hält. Für mich und Simone war das wirklich ein unglaublich lustiger Abend. Das einzige was ihn dann leider zerstört hat war die Kakerlake in unserem Zimmer. Wir beide haben’s einfach nicht fertig gebracht mit der Gewissheit zu schlafen, dass das Viech auch da ist und umbringen haben wir uns auch net getraut. Daher bin ich dann runter an die Rezeption und hab gefragt ob er sie für uns umbringen kann :-) diese Frauen aus dem Westen muss er sich wohl gedacht haben…

Am nächsten Tag sind wir dann mit dem Zug nach Fez aufgebrochen. Fez hat eine riiiesengroße Medina, gar nicht zu vergleichen mit Casablanca. Fez ist allgemein eine touristische Stadt. Ich denke, dass man das im Sommer noch deutlicher sieht, jetzt im November war natürlich nicht mehr so viel los.

Die Stadt besteht hauptsächlich aus vielen kleinen Geschäften, die alles mögliche anbieten: Obst, Gemüse, Datteln, Nüsse, Haushaltswaren, Schmuck, gewebte Schals und Decken, Töpferei, Fleisch bzw. noch lebende Tiere, die dann vor den eigenen Augen zu Fleisch verarbeitet werden, leckere Backwaren, Süßigkeiten usw.

Das einzig wirklich nervige in Fez waren die teilweise sehr lästigen Männer, die fir ständig was andrehen oder dich herumführen wollen. Ich habs anfangs mit Freundlichkeit versucht, aber mit der Zeit ist mir das nicht mehr so wirklich gelungen.

In Fez haben wir uns dann auch alles sehenswerte angeschaut, also den Palast des Königs, die älteste Universität der Welt, eine riesige Moschee, den Gerberplatz, usw. Aber am sehenswertesten ist einfach durch die Medina zu spazieren und die kleinen Gassen zu entdecken. Haben uns übrigens nicht nur einmal verlaufen…

Wir wollten dann den Nachtbus um 23 30 nach Nador nehmen und haben deshalb nicht noch eine Nacht verlängert. Deshalb haben wir am Abend so viel Zeit gehabt, dass wir beschlossen haben, den Frisör auszuprobieren. Einmal waschen, schneiden föhnen kostet in Marokko sage und schreibe 4 (vier) Euro!!! Tja, über die Qualität lässt sich streiten, aber immerhin haben wir uns getraut.

Nach einer langen Busfahrt und ewiger Wartezeit am Flughafen sind wir dann gestern Abend heimgekehrt. Das war definitiv nicht das letzte Mal für mich in Marokko, es ist einfach ein wunderschönes Land.  Die Menschen sind wirklich sehr offen und aufgeschlossen und ich war auch froh in Fez etwas mehr den traditionellen marokkanischen Lebensstil kennenzulernen.

Von den Haaren der Spanierinnen und anderen schönen Dingen…

•28. Oktober 2009 • Kommentar schreiben

Ich habe mich verliebt. In die schöööönen Haare der Spanierinnen. Ein kastanienfärbiger Traum. Hihi, jaja, da könnte ich dahinschwelgen. Aber die lieben Spanierinnen wissen selbst, dass ihre Haare schön sind und neigen daher zu ständigem Haare wuseln und kneten, um die eigene Pracht zu demonstrieren. Naja, wie auch immer, es gibt wieder einiges zu berichten, hab ja schon länger nichts mehr geschrieben.

Die letzte Woche war ziemlich turbulent. Nachdem ich am Mittwoch endlich erfahren hab, dass cih dich den Kurs, den ich unbedingt machen wollte nun auch machen darf, wollte ich echt nur noch feiern. Hier gibt’s nämlich nicht die immerwährende Erasmus-Regel, dass man in alles reinkommt auch wenn einheimische Studierende keinen Platz mehr haben. Ich hab die Koordinatorin sicher 3 Mal gefragt ob nun ein Platz frei ist, aber sie hat immer nein gesagt. Und plötzlich, wie ein Wunder, war am Mittwoch ein Platz frei. Keine Ahnung warum, aber nie nachfragen ;-) Naja, jetzt hab ich endlich alle Kurse die ich wollte, jipii!

Daraufhin bin ich gleich von der Uni in die Stadt gedüst und hab den Tag mit einer Niederländerin aus meinem Sprachkurs verbracht. Haben uns das ganze Barrio Gótico mit Reiseführer angeschaut und jetzt bin ich richtig schlau. Also an alle die mich noch besuchen kommen, es gibt einiges zu sehn! Am Mittwoch Abend war ich dann auf so einem Erasmus Ding, war eigentlich ganz ok. Das Gute ist, dass man da Alkohol zu vernünftigen Preisen kriegt. Im Razzmatazz z.B. kostet ein Bier 4.50, aber nicht dass ihr glaubt das wäre ein halber Liter, nein nein, ein viertel Liter! Also Fortgehn in Barcelona hat leider seinen Preis. Wenigstens im Supermarkt spar ich Geld, weil Lebensmittel billiger als in Österreich sind.

Tjo und dann war ich auch noch mal Kino, Film in Originalsprache mit Spanischen Untertiteln. Der neue Woody Allen Film „Whatever Works“. Mir hat er gefallen, aber ich mag prinzipiell Woody Allen Filme gern, sind halt immer ein bisserl strange. Demnächst werd ich mich aber mal über einen tatsächlich komplett spanischen Film wagen, hoff das klappt!

Am Wochenende war dann wieder Sightseeing angesagt. Am Samstag waren wir Tibidabo. Anfangs war ich echt genervt, weil ich ja das sehr teure Ticket für alle Öffis für drei Monate hab und auf den Tibidabo nur so ein Zahnradbummelzug (4 Euro) fahrt, für den das Ticket nicht gilt. Naja, ich war dann umso mehr überrascht, dass wenn man erst mal oben angekommen ist, eine weitere Zahnradbahn wartet, die wieder 4 Euro kostet. Wir waren wirklich sehr genervt! Aber als wir dann oben angekommen sind, hat sich die ganze Mühe gelohnt. Der Ausblick ist unglaublich! Man sieht nicht nur ganz Barcelona, sondern auch das ganze Umland.  Tibidabo ist der Hausberg Barcelonas, 512 Meter (jaja, da lachen wir Österreicher uns ins Fäustchen). Darauf gibt’s neben einem Vergnügungspark eine bzw. eigentlich zwei Kirchen, die übereinander gebaut wurden. Auf der Spitze der Kirche steht der allseits bekannte Jesus mit seinen ausgebreiteten Armen. Man kann mit einem Lift auf das Dach der Kirche fahren und bis zu der Statue gehen, was dann wieder 2 Euro kostet, aber das ist es wert! Wir haben noch dazu einen wolkenlosen, sonnigen Tag erwischt.

Und Sonntag, liebe Fußballfans, waren wir dann Camp Nou, Spiel Barça gegen Zaragoza. Das war übrigens mein erstes Mal in einem Stadion und noch dazu in einem der größten der Welt. Alle die das Spiel gesehen haben wissen wahrscheinlich, dass es wohl nicht eines der interessantesten war, Barça hat ja 6:1 gewonnen, aber für mich Fußballidiot wars das Größte!! Bin von Jorj, dem Türken der mit war und der sich bei Fußball wirklich gut auskennt, desöfteren ausgelacht worden… :-(   Naja, man kann ja nicht alles wissen!

Sodale, und da ich beschlossen hab, ich muss mehr sehn als nur Barcelona, flieg ich nächste Woche nach Marokko! Freu mich schon sehr, weil wir wirklich billige Flüge erwischt haben. Dort schau ich mir dann Nador, Fes und Casablanca an. Und ein Wochenende drauf besuchen der Stephan und ich die Conny in Sevilla. Daher werd ich auch das Wochenende hier in Barcelona richtig auskosten und viel machen, weil ich dann ja länger nicht da bin.

Und jetzt versuch ich noch eine Galerie einzufügen :-)